Besuch im Landesarchiv in Münster

(Beitrag vom 07.01.2016)

Wenn die Recherchen mal ins Stocken gerieten, half Archivpädagoge Dr. Wolfhart Beck weiter.

Am Donnerstag, dem 15.12.2016, machten sich die Schülerinnen und Schüler des Geschichts-LKs der Jgst. Q1 auf den Weg ins Landesarchiv nach Münster. Unter der fachkundigen Leitung eines Archivpädagogen erkundeten sie die umfangreichen Bestände des Archivs (insgesamt ca. 35 Kilometer Akten!) und nutzten die traditionellen Findbücher, um Hinweise über das Rahdener Schulwesen im frühen 19. Jahrhundert zu finden. Dabei stellte sich heraus, dass Rahden damals zwar über ein Schulhaus verfügte, allerdings über ein recht baufälliges. Auch ein Ortsplan aus dem späten 18. Jahrhundert sowie die erste dokumentarische Erwähnung Rahdens auf einer mittelalterlichen Urkunde waren im Original zu sehen.

Im Anschluss an eine kurze Pause standen Quellen zum aktuellen Unterrichtsthema auf dem Programm: Von großformatigen Karten über Fabrikordnungen bis hin zu staatlichen Überwachungsprotokollen der Arbeiterbewegung drehte sich alles um die Urbanisierung und Industrialisierung im späten 19. Jahrhundert. Letztere wurde so auf eine direktere und anschaulichere Art und Weise erfahrbar, als dies im Unterricht im Klassenraum möglich ist.

Eine Stippvisite im Friedenssaal des Münsteraner Rathauses sowie ein gemütlicher Weihnachtsmarktbummel rundeten die gelungene Exkursion ab.

Wie funktioniert eigentlich internationale Politik?

Rahdener Gymnasiasten nehmen an Planspiel zur globalen Friedenssicherung teil

(Beitrag vom 10.11.2016)

Zufriedene Gesichter im Anschluss an eine gelungene Simulation: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit den Spielleitern Alexander Finke und Jürgen Gemmer.

Wie funktioniert eigentlich internationale Politik? Dieser Frage gingen jüngst die Schülerinnen und Schüler der Leistungskurse Geschichte und Sozialwissenschaften der Jgst. Q2 auf den Grund. Im Rahmen der Simulation POL&IS („POLitik & Internationale Sicherheit“) schlüpften sie für drei Tage in die Rollen von Regierungsmitgliedern, Vertretern internationaler Institutionen wie der UN oder verschiedener NGOs (z. B. Greenpeace). Ihre Aufgabe bestand darin, durch den Handel mit Gütern und Rohstoffen sowie diplomatisches Geschick Lösungen für nationale und internationale Probleme zu finden. Auf diese Weise sollte Eskalationen oder gar militärischen Auseinandersetzungen vorgebeugt werden.

Dank ihrer politischen Kreativität und ihres nimmermüden Einsatzes – selbst in den Pausen wurden Strategien entwickelt und Verhandlungen geführt – ist ihnen dies am Ende auch gelungen. Zumindest im Rahmen der Simulation konnte der Weltfrieden also gewahrt werden :-)

Unser Dank gilt den Spielleitern Alexander Finke und Jürgen Gemmer, zwei Jugendoffizieren der Bundeswehr, die durch ihr Engagement dazu beigetragen haben, dass den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein realitätsnaher Eindruck von der Komplexität internationaler Beziehungen und der Dynamik der Prozesse in einer zunehmend globalisierten Welt vermittelt werden konnte.

Tischkultur und Arbeitswelt in Bielefeld

(Beitrag vom 02.07.2016)

ca. die Hälfte der Teilnehmer/-innen vor dem Museum Huelsmann

Am Dienstag, dem 21.06.2016, machte sich die Hälfte der Einführungsphase in die nächstgelegene Großstadt auf: nach Bielefeld. Mit dem Museum Wäschefabrik (Geschichte der Arbeit) und dem Museum Huelsmann (Kunstgewerbe / Kunstgeschichte) war – hoffentlich – für jeden etwas dabei. Wie Kunstgewerbe und Kulturgeschichte zusammenhängen, wurde im Museum Huelsmann, das auch den meisten Bielefeldern (noch) unbekannt ist, sehr anschaulich präsentiert. So erzählen beispielsweise Trinkgefäße eine Menge über die Tischsitten der Frühen Neuzeit und offenbaren dabei eine große Kunstfertigkeit ihrer Hersteller und "Designer".
In der Wäschefabrik, die im Zustand ihrer Schließung in den 1980er Jahren vollständig erhalten ist, brachten Mitglieder des privaten Trägervereins den Rahdener Zehntklässlern nicht nur die Arbeitswelt des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch die Geschichte der Besitzerfamilie und des Textilstandorts Bielefeld näher.

„200 Jahre Westfalen. Jetzt!“

(Beitrag vom 17.02.2016)

Auch ein Stück Westfalen: Die große Rivalität zwischen den Fußballklubs aus Dortmund und Gelsenkirchen. Für die Ausstellung hat ein Zwillingspaar aus Waltrop seine Original-Zimmerdeko zur Verfügung gestellt.

Am Mittwoch, dem 10. Februar, besuchten zwei Geschichtsgrundkurse der Jahrgangsstufen EF und Q1 die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ im „Museum für Kunst und Kulturgeschichte“ in Dortmund.

Von skurrilen Objekten wie der „Gänseziege“ bis zum Nachbau einer Ruhrgebietskneipe gab die Ausstellung einen alltags- und kulturgeschichtlichen Überblick über die 200-jährige Geschichte Westfalens vom Königreich Westphalen über die preußische Provinz bis zum heutigen Bundesland NRW. Auf diese Weise wurden die Gegensätze zwischen städtischen Ballungszentren und ländlichem Raum anschaulich und auch der immer aktuelle Themenbereich Migration wurde im regionalen Kontext dargestellt. Am Ende blieben vielfältige, zum Teil auch widersprüchliche Erkenntnisse zurück, etwa die Einsicht, dass es wohl ein beständiges Charakteristikum Westfalens ist, dass sich diese vielfältige Landschaft nun einmal nicht vereinheitlichen lässt.

Ihren Ausklang fand die Exkursion in der Dortmunder Innenstadt, wo sich unseren "Landeiern" die Gelegenheit bot, im Nieselregen der Großstadt auf Schnäppchenjagd zu gehen und für das leibliche Wohl zu sorgen.

Nur noch kurz die Welt retten?

Leistungskurse Geschichte und Sozialwissenschaften spielen POL&IS

(Beitrag vom 26.10.2015)

Diskussionen an der Weltkarte: Die Verteidigungsminister erörtern die globale Sicherheitslage.

In der vergangenen Woche bot sich 27 Schülerinnen und Schülern der Jgst. Q2 die Gelegenheit zur Teilnahme am Planspiel POL&IS („POLitik & Internationale Sicherheit“). Für drei Tage schlüpften sie in die Rollen von Staatschefs, Ministern, Vertretern der UN, der Weltbank, der Weltpresse oder verschiedener Nichtregierungsorganisationen (z. B. Amnesty International). In mehreren Spielrunden galt es, politische, ökonomische und ökologische Entscheidungen zu treffen, die der eigenen Region nützten und gleichzeitig nicht dazu führten, dass die globale Sicherheitslage ins Wanken geriet. Letzteres war vor dem Hintergrund zahlreicher Probleme (Aufstände in Russland, Piraterie vor den Küsten Afrikas, zunehmende Luftverschmutzung in China usw.) nicht immer ganz leicht. Gefährliche Eskalationen konnten teilweise erst nach flammenden Plädoyers im Rahmen der UN-Vollversammlung oder nach zähen Verhandlungen im Sicherheitsrat verhindert werden.

Insgesamt hat die Simulation, die von Johannes Potthoff und Roland Polzin (zwei Jugendoffizieren der Bundeswehr) umsichtig geleitet wurde, zu einem vertieften Verständnis von globalen Konflikten und internationalen Verflechtungen beigetragen, sodass sich die Teilnahme für die Lernenden in jedem Fall gelohnt hat.

„Wenn ich jetzt gehe, seid Ihr meine Zeitzeugen“

Sally Perel erzählt in Rahden seine unglaubliche Geschichte

(Beitrag vom 26.05.2015)

Sally Perel berichtete im Rahdener Gymnasium über seine Erlebnisse. Im Anschluss signierte er sein Buch für die Schüler.

Ein Zeitzeuge berichtete: Sally Perel, der „Hitlerjunge Salomon“, besuchte nun zum wiederholten Male unsere Schule, um Schülerinnen und Schülern von seiner unglaublichen Lebensgeschichte zu erzählen.

Perel verschlug es über verschiedene Stationen 1941 in die Sowjetunion und stand als junger Jude kurz vor der Erschießung durch die vorrückenden Deutschen. Als vermeintlicher „Volksdeutscher“ landete er schließlich für vier Jahre in einer Schule der Hitlerjugend (HJ), immer in Gefahr von Entdeckung, Verhaftung und Tod.

Vital und ergreifend berichtete Perel mit seinen 90 Jahren von seinem Schicksal: „Mit den Worten, Sally, du sollst leben? schickte mich meine Mutter auf die Flucht, im klaren Bewusstsein, mich nie wiederzusehen.“ Radikal offen und schonungslos mit sich selbst reflektierte Perel seine Zeit bei der HJ.

Im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern ergab sich dann eine Sternstunde in Geschichte und Theologie. Wie er heute zu Deutschland stehe? Perel: Hitler habe seine Familie töten können, aber er habe ihm nicht rauben können, authentischer Deutscher zu bleiben. Allerdings blieben Deutsche und Juden noch für lange Zeit „Auschwitzinvaliden“, es gebe keine deutsche Geschichte mit Kant und Goethe, aber ohne Hitler und Himmler. Junge Menschen heute trügen eine Verantwortung für das Engagement gegen Neonazis, aber keine Kollektivschuld für den Nationalsozialismus. „Schuld ist nicht erblich.“

Am Ende von Vortrag und Gespräch wehte Melancholie durch den Raum, als der 90-Jährige sich verabschiedete: „Wenn ich jetzt gehe, seid Ihr meine Zeitzeugen.“