Weltmeister und Vizeweltmeister kommen aus Taiwan

28.11.2016

Gleich geht's los: Die Thailänder vor dem Anstoß zum letzten Gruppenspiel.

Der heutige Tag begann abermals mit der Busfahrt zum Wettbewerbsgelände. Unser letztes Gruppenspiel gegen Thailand begann um 09:00 Uhr. Es gestaltete sich so dramatisch, wie man sich dies für ein Entscheidungsspiel wünscht. Die Thailänder gingen zunächst mit 1:0 in Führung. Kurz vor der Pause ergab sich dann eine sichere Einschussmöglichkeit für unseren Stürmer – doch überquerte der Ball die Torlinie leider erst zwei Sekunden nach dem Halbzeitpfiff. Die Halbzeitpause nutzten die Teams, um sich nochmals intensiv zu beratschlagen – schließlich benötigten beide Mannschaften einen Sieg, um in die Finalrunde einzuziehen. Nach dem Wiederanpfiff ergaben sich Chancen auf beiden Seiten. Dem Ausgleich zum 1:1 folgte der schnelle neuerliche Rückstand. An der Spielsituation, die zum 2:2 führte, erhitzten sich die Gemüter der Thailänder. Dieser Umstand führte sogar zu einer Spielunterbrechung, in der unsere Gegner aufgeregt mit der souveränen syrischen Schiedsrichterin diskutierten. Nach einem kurzen Verweis auf das Regelwerk konnte das Spiel fortgesetzt werden. Der 2:2 Endstand reichte für uns leider nicht, um die Finalrunde zu erreichen.

Das letzte noch im Wettbewerb verbliebene deutsche Team schaffte es als bester Gruppenzweiter immerhin in die Finalrunde, unterlag dort jedoch bereits im ersten K.o.-Spiel dem Team aus Südafrika. Weltmeister und Vizeweltmeister wurden zwei Mannschaften aus Taiwan, die durch eine sehr innovative Konstruktion sowie eine gute taktische Spielanlage überzeugten. Um mit diesen Teams mithalten zu können, müssten allerdings neue Spezialteile angeschafft werden und müssten die Roboter komplett neu designt werden, so eine Erkenntnis der abgelaufenen WM.

Die Rückreise nach Deutschland zog sich ein wenig, verlief aber insgesamt unproblematisch. Über Delhi, Dubai und Düsseldorf ging’s schließlich mit der Bahn zurück ins ostwestfälische Minden.

Noch einmal vielen Dank an die Firma HARTING, ohne deren finanzielle Unterstützung die Reise nicht möglich gewesen wäre.

Frank Knefel

Gruppenphase beim WRO-Football

26.11.2016

Mattis beim Antoß.

Die Wecker klingelten heute bereits um 05:30 Uhr in der Früh. Dann ging es zunächst zum Frühstück und anschließend zum Wettbewerbsgelände.

Während des Team-Meetings um 08:30 Uhr fand die Auslosung für die 14 Vorrunden-Gruppen des Football-Wettbewerbs statt. Wir wurden in eine Gruppe mit Teams aus Kuwait, China, Thailand und den Philippinen gelost. Eine starke Gruppe, so unser erster Eindruck.

Die anschließende Bauphase überraschte: Anders als aus Deutschland gewohnt, galt es nicht, die kompletten Roboter fertigzustellen, sondern wurde nach zwei Stunden lediglich überprüft, ob der bis dato erreichte Stand des Zusammenbaus regelkonform war. Nach dieser Überprüfung konnte die Montage in aller Ruhe fortgesetzt werden.

Der Start in das Turnier verlief sehr unglücklich, da die Spiele gegen China und die Philippinen jeweils mit 1:3 verloren gingen. Unser Team konnte zwar gut mithalten und erarbeitete sich immer wieder Chancen, doch fehlte am Ende auch das berühmmte Quäntchen Glück. Hinzu kamen einige ärgerliche Schiedsrichterentscheidungen, die direkt oder indirekt zu Gegentoren führten. Zweimal wurde der Ball von den Referees so auf das Spielfeld gelegt, dass er direkt in unser Tor befördert werden konnte. Ein anderes Mal wurde ein versehentlich angeschalteter Reserveball so nah am Spielfeldrand platziert, dass unser Stürmer die Orientierung verlor und für ca. eine Minute den falschen Ball verfolgte – bei einer Gesamtspielzeit von zehn Minuten eine Menge Holz…

Dank eines verdienten 2:1-Siegs gegen das Team aus Kuwait nahm der Tag dann aber doch noch ein positives Ende. Mit diesem Erfolg bewahrten wir uns die Chance auf den zweiten Gruppen-Platz und den damit verbundenen Einzug in die Finalrunde. Zur Orientierung: Ein süddeutsches Team (in unserer Kategorie sind insgesamt drei deutsche Mannschaften am Start) hat diese Möglichkeit bereits verspielt. Am Sonntag fällt dann die Entscheidung darüber, ob wir an der Finalrunde teilnehmen dürfen oder nicht.

Gegen 19:30 Uhr waren wir zurück im Hotel. Der morgige Tag ist der letzte Tag des WRO-Wettbewerbs und auch unser letzter Tag in Indien.

Frank Knefel

Ankunft am Wettbewerbsort „India Exposition Mart“

25.11.2016

Gruppenbild mit allen deutschen Teilnehmern an der WRO 2016.

Nach dem Check-out in unserem ersten Hotel, fuhren wir um 08:30 Uhr zum Veranstaltungsort „India Exposition Mart“. Dort angekommen, waren wir etwas erstaunt darüber, dass noch nicht alles fertig war. So wurden beispielsweise noch eifrig Fahnen aufgehängt, Folien von den Teppichböden entfernt oder die Einstellungen der Lautsprecheranlage optimiert.

Von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr bestand für alle Teams die Möglichkeit, die Roboter auf die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Die meisten nationalen Wettbewerbe weichen bezüglich der Regeln und der Vorgaben für das Material etwas von den internationalen Bestimmungen ab (darüber darf jeder Veranstalter eigenständig entscheiden). Für unser Team bedeutete dies, dass sehr viele Anpassungen vorgenommen werden mussten. Die Teppiche, auf denen die Fußball-Roboter in Deutschland spielen, sind viel tiefer als die indischen Kurzflor-Teppiche. Hier rollen die Bälle und die Roboter erheblich schneller, sodass alle Programme getestet und angepasst werden mussten. Einer der beiden Roboter wurde sogar zum Teil umgebaut. Hinzu kamen Probleme durch die abweichenden Farben der Teppichböden und der auf diesen angebrachten Linien. Unser Team nutzte die gesamte zur Verfügung stehende Zeit für Änderungen.

Anschließend fuhren wir zu unserem neuen Hotel, das uns von der Wettbewerbsleitung zugewiesen wurde. Morgen geht’s endlich los, dann startet die Gruppenphase des Football-Wettbewerbs.

Frank Knefel

Letzte Vorbereitungen für den Wettbewerb

24.11.2016

Von jeglicher Nachahmung durch Laien wird abgeraten.

Für diesem Tag hatten wir nicht viele Programmpunkte vorgesehen.

Zunächst fuhr ich mit dem „Tuk Tuk“ zur Post, weil man unsere Ansichtskarten im Hotel nicht ohne Briefmarken annehmen wollte. Dort angekommen, musste ich lange warten, da vor mir in der Schlange viele Inder standen, die bei der Postbank ihre Geldgeschäfte abwickeln wollten. Augenblicklich ist es schwierig, in Indien an Bargeld zu kommen, denn die Regierung hat Anfang November alle 500- und 1000-Rupien-Scheine entwertet. Damit sind über 80 % des Bargelds ungültig geworden (bis Ende Dezember können die alten Scheine noch umgetauscht werden). Es herrscht eine enorme Bargeld-Knappheit. Vor jedem Geldautomaten sieht man lange Schlangen, die sich erst auflösen, wenn sich keine Banknoten mehr im Automaten befinden. Wir konnten zum Glück genug Geld tauschen, denn ohne Rupien hätte ich beispielsweise das „Tuk Tuk“ zur Post nicht bezahlen können.

Das Robotik-Team übte heute den Zusammenbau der Roboter. Vor Beginn des Wettbewerbs werden alle Einzelteile der Roboter von einem Schiedsrichterteam auf verbotene Hilfsmittel hin geprüft. Danach gibt es ein Zeitfenster von zwei Stunden, in denen die Hightech-Geräte ohne Anleitung (Zeichnung, Bilder, Film- oder Tonmaterial) wieder zusammengebaut werden müssen. Damit beim Wettbewerb keine Fehler auftreten, wurden an diesem Tag beide Roboter mehrfach zerlegt und wieder zusammengesetzt.

In der Mittagspause machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum 1,5 km entfernten Einkaufszentrum, um eine Kleinigkeit zu essen und aufgeschobene Einkäufe zu erledigen. Mittlerweile hatten wir durch vielfältige Beobachtungen auch eine Erklärung dafür, wann ein indischer Autofahrer hupt. Das akustische Warnsignal wird zusammen mit dem Blinker oder anstatt des Blinkers verwendet. Die Hupe wird zur Begrüßung von Bekannten eingesetzt. Sie wird bei einem Fehlverhalten eines anderen Verkehrsteilnehmers (nicht bei Kühen) betätigt, wobei es keine Rolle spielt, ob der hupende Autofahrer unmittelbar an einer Situation beteiligt ist oder er eine Verkehrssituation auf einer anderen Spur beobachtet hat, bei deren Klärung er mitwirken möchte. U. a. dient sie dazu, auf sich aufmerksam zu machen, wenn man korrekt, nicht korrekt oder ganz diffus in eine viel befahrene Kreuzung einbiegt und für sich einen Weg für die Weiterfahrt sucht.

Als wir am Einkaufszentrum angekommen waren, mussten wir zunächst durch die Sicherheitskontrolle gehen. Wir wurden abgetastet und der Inhalt der Rucksäcke wurde kontrolliert. Zur Freude der Schüler kostete das Essen bei einer internationalen Fastfood-Kette nur ungefähr ein Drittel des deutschen Preises. Dadurch blieb etwas mehr Geld für den Erwerb von Souvenirs und Süßigkeiten übrig.

Morgen wechseln wir in das Wettbewerbs-Hotel und müssen früh aufstehen. Deshalb endete der heutige Tag schon kurz nach dem Abendessen.

Frank Knefel

„Taj Mahal“ – UNESCO-Weltkulturerbe

23.11.2016

Mausoleum (Grabanlage) „Taj Mahal“.
Mausoleum (Grabanlage) „Taj Mahal“

Diese Nacht war für uns wesentlich kürzer als sonst, da wir schon um 03:05 Uhr vom Hotel abgeholt wurden. Die Fahrt endete nach 210 km, noch vor dem Sonnenaufgang, beim „Taj Mahal“ in der Stadt Agra.

Das „Taj Mahal“ ließ der Großmogul Shah Jahan als Grabstätte für seine im Jahr 1631 verstorbene Frau Mumtaz Mahal bauen. Die Bauarbeiten dauerten 22 Jahre und wurden von 20.000 Arbeitern durchgeführt. Das „Taj Mahal“ steht auf einem 10.000 Quadratmeter großen Marmorsockel. Die Fassaden sind von vielen filigranen Mustern überzogen, wobei nirgendwo Farbe verwendet wurde. In die Marmorfassaden wurden 28 verschiedene Arten von Edelsteinen und Halbedelsteinen für die feinen Muster (Intarsien) eingesetzt. Wenn man mit den Fingern über Letztere streicht, kann man ganz minimale Höhenunterschiede fühlen. Richtet man eine Taschenlampe auf die Intarsien, beginnen sie hell und wunderschön zu leuchten. Die Marmorplatten selbst wurden auch von Steinmetzen bearbeitet und weisen aufwendige Muster auf. Man kommt sich vor wie in einem Märchen aus 1001 Nacht, wenn man über das Gelände geht.

Betritt man das Areal durch das „Darwaza-i Rauza“-Tor, befindet sich links neben dem „Taj Mahal“ eine Moschee, in der immer noch jeden Freitag gebetet wird (aus Symmetriegründen gibt es auf der rechten Seite einen identischen Nachbau der Moschee).

Nachdem wir in Agra noch gegessen hatten und den Herstellungsprozess von Intarsien erläutert bekamen, fuhren wir zum „Roten Fort“, einer Festungs- und Palastanlage. Die Anlage ist von einer bis zu 21 m hohen Mauer, mit einem Umfang von 2,4 km, umgeben. Im Inneren befinden sich Palastbauten sowie Moscheen und Gärten. Auch hier wird man in eine andere Zeit zurückversetzt und ist von der Architektur begeistert. Im „Roten Fort“ gab es heute aber noch eine ganz andere Attraktion zu sehen: Mattis! Viele Passanten wollten sich unbedingt mit ihm, dem hellhäutigen Jungen mit den blonden Haaren, fotografieren lassen.

Nach dem Abendessen wurden noch ein paar kleinere Optimierungsarbeiten an den Robotern vorgenommen und dann gab's die wohlverdiente Nachtruhe.

Frank Knefel

Wanderung zum „Swaminarayan Akshardham“-Komplex

22.11.2016

Beeindruckend: der „Swaminarayan Akshardham“-Komplex.

Unmittelbar nach dem Frühstück startete unsere Erkundungstour zum „Swaminarayan Akshardham“-Komplex. Er ist zu Ehren von Bhagwan Swaminarayan, einer Symbolfigur der indischen Kultur, errichtet worden.

Den 5,7 km langen Weg legten wir zu Fuß zurück. So konnten wir ein paar Eindrücke vom Leben in Delhi abseits der normalen Stadtführungen bekommen. Unsere kleine Wanderung führte uns teilweise entlang einer mehrspurigen Straße. Direkt neben ihr wohnten einige der ärmsten Menschen Delhis. Ein paar Behausungen erinnerten an Zelte und bestanden aus zusammengesetzten Stoffen, die teilweise wie ein großer Flickenteppich aussahen. Die etwas besseren waren aus Ziegelsteinen gemauert worden und hatten zum Teil Satellitenschüsseln auf dem Dach. Im nahezu gleichen Abstand zur Schnellstraße befanden sich auch viele Hochhäuser.

Zu unseren ständigen Begleitern zählte nicht nur der Lärm der Autos, sondern auch ein ununterbrochenes Hupkonzert. Schon auf unserer ersten Fahrt durch die Stadt hatten wir bemerkt, dass Inder offenbar fortwährend auf ihre Hupe drücken – Gründe für dieses Verhalten waren uns nicht ersichtlich.

Am Ziel angekommen, gingen wir barfuß in den „Akshardham“-Tempel. Im Zentrum des Bauwerks befindet sich eine 3,35 m hohe vergoldete Statue, die den sitzenden Murti von Bhagwan Swaminarayan darstellt. Die 234 kunstvoll gestalteten Säulen, unzählige detailreiche Skulpturen, die Kuppeldächer und viele Gemälde haben uns sehr beeindruckt.

Den Rückweg zum Hotel traten wir mit zwei „Tuk Tuks“ (Auto-Rikschas) an, deren Fahrer uns sicher durch den für uns undurchsichtigen Straßenverkehr chauffierten.

Da wir am kommenden Tag ungewöhnlich früh aufstehen müssen, war für heute nur noch ein Abendessen geplant.

Frank Knefel

Stadtrundfahrt in Delhi

21.11.2016

Das Team „tux“ in der Parkanlage „Lodhi Garden“.

Für diesen Tag war eine Stadtrundfahrt durch den neuen und alten Teil Delhis geplant. Ein Kleinbus holte uns um 9:30 Uhr im Hotel ab und brachte uns zu unserem ersten Ziel, der „Jama Masjid“-Moschee.

Die „Jama Masjid“-Moschee ist die größte Moschee Indiens und eine der größten Moscheen weltweit. Auf dem Hof ist Platz genug für 20.000 Gläubige. Nachdem wir dieses beeindruckende Bauwerk bestaunt hatten, ging es zu Fuß weiter durch die schmalen Gassen Alt-Delhis. Sie waren mit vielen Fußgängern, Straßenverkäufern, Rikschas und Motorrädern gefüllt und von unzähligen kleinen Läden gesäumt. Einen Teil des Weges legten wir mit Fahrrad-Rikschas zurück, die von unseren Fahrern gekonnt über die holprigen Straßen bewegt wurden. Wer wissen wollte, wie die Versorgungsleitungen der Geschäfte und Wohnungen verlegt wurden, musste nur nach oben schauen: Dort hing ein buntes Durcheinander von Strom- und Wasserleitungen diverser Durchmesser und Herstellungsjahre – abenteuerlich.

Vorbei am „India Gate“, einem 42 m hohen Torbogen, ging es weiter zum „Gurudwara Bangla Sahib“-Tempel. Der 1783 eröffnete Sikh-Tempel beherbergt u. a. eine Küche, in der täglich für bis zu 12.000 Menschen Essen zubereitet wird. Die Speisen sind kostenlos und werden in einem großen Speisesaal für arme und reiche Menschen ausgeteilt. Der Tempel darf nur mit verdecktem Haar und barfuß betreten werden.

Auf dem Weg zur Parkanlage „Lodhi Garden“ passierten wir das imposante Parlamentsgebäude, an dem der Bus aus Sicherheitsgründen nicht halten durfte. Der „Lodhi Garden“ ist vor ungefähr 500 Jahren angelegt worden und beherbergt eine Moschee („Bara Gumbad“) mit dem damals größten Kuppeldach Indiens. Die alten Bauwerke und Pflanzen wirkten sehr beruhigend und waren ein angenehmer Kontrast zu den überfüllten Straßen, durch die sich der Bus bewegen musste.

Die letzte Attraktion für heute war der „Qutb“-Komplex. Neben der ältesten Moschee Delhis steht hier das 72 m hohes „Qutb Minar“-Minarett. Auf dem Gelände befindet sich auch die 1600 Jahre alte eiserne „Ashoka“-Säule. Sie ist für viele Wissenschaftler ein Rätsel, da sie eine hohe Witterungsbeständigkeit besitzt und frei von Korrosion ist.

Der Abend klang heute abermals mit einem schmackhaften Essen im Hotel aus.

Frank Knefel

Eindrücke aus unserem Stadtteil „IP Extension“

20.11.2016

Nichts Ungewöhnliches in Indien: Kühe auf der Straße.

Unser heutiger Tag begann um 8:00 Uhr mit einem reichhaltigen Frühstück. Zur Auswahl standen sowohl bekannte als auch unbekannte indische Speisen, die allen sehr gut schmeckten. Es waren auch ein paar Überraschungen dabei, beispielsweise ein nicht mehr als klein zu bezeichnendes Stück Chili-Schote, das in einem ansonsten mild schmeckenden Miniknödel versteckt war.

Nach dem Frühstück wurden die Roboter von Jonas, Luca und Mattis auf Transportschäden hin überprüft und ausgiebig getestet. Herr Werner und ich kümmerten uns zeitgleich um den Einkauf. Wir gingen zu Fuß zum nahegelegenen Einkaufszentrum und erkundeten dabei den Ortsteil „IP Extension“, in dem sich unser Hotel befindet. Neben dem Hotel spielten zahlreiche Jugendliche auf einem großen Sandplatz Cricket. In Deutschland ist dieser Sport eher unbekannt, doch in Indien ist es der beliebteste Volkssport.

Die Luftqualität in Neu-Delhi ist zurzeit sehr schlecht und der Blick in die Ferne wird von einem dunstigen Schleier unterbunden. Wir hatten allerdings nicht den Eindruck, dass wir unsere vorsorglich mitgebrachten Atemschutzfilter benötigen würden. Die Straße war ungewöhnlich dreckig und der Abwasserkanal, den wir überqueren mussten, stank bestialisch. Auf dem Weg zum Supermarkt trafen wir u. a. auf ein paar Streifenhörnchen und viele Kühe.

Da die Schüler noch ein paar neue Ideen umsetzen wollten, wurde der ganze Tag für die Arbeit an den Robotern genutzt. Vorher musste das Hotelzimmer etwas umgebaut werden: Die Bettgestelle dienten als Soccerfeld und es wurden ein paar Computerarbeitsplätze improvisiert. Unterbrochen wurde die Arbeit nur durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln, in diesem Fall kulinarische Köstlichkeiten der indischen und der internationalen Küche.

Frank Knefel

Von Minden nach Neu-Delhi

19.11.2016

Gleich geht's los: Das Team „tux“ am Flughafen in Düsseldorf.

Am 18.11.2016 um 14:28 Uhr konnte die langersehnte Reise endlich starten. Vom Hauptbahnhof in Minden ging es mit der Deutschen Bahn in Richtung Flughafen Düsseldorf los. Dort erwartete uns bereits das erste kleine Highlight: Ein doppelstöckiger Airbus A380. In ihm flogen wir mit ca. 500 weiteren Passagieren zum Zwischenstopp in Dubai.

Nach knapp vier Stunden Aufenthalt am persischen Golf ging es weiter zum Zielflughafen in Neu-Delhi. Dort angekommen zogen sich die Einreiseformalitäten zunächst in die Länge. Nachdem endlich alles erledigt war, fuhr uns unser Fahrer Azhilesch quer durch die Stadt zum Hotel. Auf dem Weg dorthin passierten wir u. a. den Parlamentssitz und das ehemalige Domizil von Indira Ghandi.

Die Fahrbahnmarkierungen, die bei uns in Deutschland die einzelnen Fahrspuren voneinander trennen, werden hier offenbar eher als „Vorschläge zur Anordnung der Fahrzeuge“ verstanden. Das bunte Treiben im Straßenverkehr funktioniert allerdings erstaunlich gut. Azhilesch erklärte das damit, dass über 80 % der Einwohner Neu-Delhis Hindus seien und der rücksichtsvolle Umgang miteinander in dieser Religion tief verwurzelt sei. Somit war es tatsächlich möglich, dass sich Straßenverkäufer, Hunde, mit definitiv zu vielen Personen besetzte Motorroller, Kühe und allerlei andere Verkehrsteilnehmer/-innen die mehrspurigen Straßen unfallfrei teilten.

Nach 24 Stunden Reisezeit, 4,5 Stunden Zeitverschiebung und einer Temperaturdifferenz von 18 °C (Außentemperatur am Nachmittag in Delhi: 27 °C) erreichten wir unser Hotel.

Frank Knefel

World Robot Olympiad (WRO) in Neu-Delhi

17.11.2016

Beim WRO-Deutschlandfinale im Juni 2016 hatten sich 16 einheimische Teams in drei Kategorien für das nunmehr anstehende Weltfinale in Neu-Delhi qualifiziert. In der Kategorie „Football“ gab es drei Startplätze, einen davon für das Team „tux“ des Gymnasiums Rahden, seines Zeichens immerhin nationaler Vize-Meister.

Am 18. November dürfen nun also drei Schüler und zwei Begleitpersonen mit dem Flugzeug in die indische Hauptstadt reisen, um sich mit Konkurrenten aus allen Teilen der Erde um den Weltmeistertitel zu streiten.

Unser Dank gilt – wie schon so oft in den letzten Jahren – der Firma HARTING, ohne deren finanzielle Unterstützung eine solche Reise schlicht nicht realisierbar wäre.

Frank Knefel